Spielplatz-Manager

Ein Berliner Unternehmen will Kleinkinder Führungsqualitäten lehren. NEON, Februar 2008

Eltern wollen meistens das Beste für ihr Kind. Davon lebt ein ganzer Markt privater Frühförderanbieter, die versprechen, die Anlagen der Kleinen optimal zur Geltung zu bringen. In – zwischen gibt es schon für Säuglinge Englischlektionen; und Kinder, die noch nicht einmal die Grundschule besuchen, lernen Chinesisch. Was das bringt, ist umstritten. Aber vielen Eltern scheint die vage Aussicht auf den späteren Schulerfolg ihrer Sprösslinge zu genügen. Das vielleicht ehrgeizigste Lernprogramm bietet die amerikanische Bildungskette FasTracKids, die nun auch eine Kleinkinderschule in Berlin eröffnet hat. Auf dem Stundenplan der Zwei- bis Neun jährigen stehen: Astronomie, Biologie, Literatur, Geologie, Ökonomie, Technologie und und und. Meistens zwar eher spielerisch als akademisch, dafür aber mit angeblich immensen Effekten. Einen »Wissens- und Erfahrungsvorsprung « fürs Leben verheißt das Unternehmen den jungen Klienten. Wie im Managementseminar feilen die Kinder denn auch mit dem Mikro vor der Videokamera an ihrem Auftreten, üben »Entscheidungsfindung« und besprechen »Lebensstrategien«. Führungsqualitäten, so das Unternehmen, trainiert man am besten vor der Einschulung.

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